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Rheinischer Kartoffelsalat nach Oma Luise

Rheinischer Kartoffelsalat nach Oma Luise

Und schon wieder ein Kartoffelsalat-Rezept, das dritte in diesem Sommer. Diesen Kartoffelsalat habe ich vor rund 30 Jahren in Neuss-Grimmlinghausen kennengelernt, bei Oma Luise und Opa Toni. Die beiden sind eigentlich nicht meine „richtigen“ Grosseltern gewesen sondern die von meinem Freund damals. Aber sie behandelten mich ganz unkompliziert, fast wie eine „richtige“ Enkelin.

Das fand ich sehr nett, denn meine eigenen Grosseltern sind leider viel zu früh verstorben. Auch Opa Toni ist leider viel zu früh gestorben, aber Oma Luise erreichte ein gesegnetes Alter von über 90 Jahren. Das Rezept von ihrem Kartoffelsalat hat sie mir mündlich weitergegeben, und wie das mit solchen Rezepten von Omas nun mal ist, sie gelingen nur *Daumen-mal-Pi*, nach Gefühl und nicht nach Kochbuch. 

Anlässlich des Besuchs von einem Freiburger Studienkollegen, der nach einer Bahnfahrt von rund vier Stunden ziemlich müde und hungrig in unserer kleinen Kölner Wohnung angekommen war, habe ich als junge Studentin mit wenig Erfahrung in der Küche erstmals versucht, Oma Luises Kartoffelsalat nachzumachen. Meine Interpretation ihrer Hinweise „viele Eigelb und wenig Öl und viel scharfer Senf“ führte dazu, dass der Studienkollege vom Düsseldorfer Löwensenf in meiner Mayonnaise eine leicht verbrannte Zunge bekam und ich vor allem den Punkt „wenig Öl“ neu überdenken musste ;-). Nachdem wir ihm dann begeistert die ganze Nacht etwas von Köln erzählt und ihn dann am nächsten Tag noch über den Melaten-Friedhof geschleppt haben (kleine Randnotiz: vielleicht nicht unbedingt das Ausflugsziel erster Wahl für jemanden, der zum ersten Mal in Köln ist), reiste er zwei Tage später leicht verstört wieder ab.

Oma Luises Rezept ist einer meiner Lieblings-Kartoffelsalate. Er ist sehr würzig und schmeckt im Sommer genauso gut wie im Winter. Im Unterschied zu vielen anderen Kartoffelsalaten wird er nicht aus Pellkartoffeln, sondern aus normal gekochten Kartoffeln gemacht. Sie müssen gut ausgekühlt sein nach dem Kochen. Oma Luise nahm immer den Topf vom Herd, schüttete das Wasser ab und danach die Kartoffeln über den Küchentisch, damit sie schön einzeln auskühlen konnten. Hab ich ihr natürlich so nachgemacht. 

Heute verwende ich Weinessig im Salat. Weinessig hatte Oma jedoch nie im Haus. Sie hat immer mit Essig Essenz gearbeitet, der neutral im Geschmack ist, aber 25% Säure hat. Der kam direkt auf die gekochten kalten Kartoffeln, die so den Essig aufsaugen konnten. Essig Essenz ist heute in der Küche allerdings verpönt. Früher hatte man nix anderes und konnte ihn zudem noch beim Abreiben von Fleisch (wg. Desinfektion infolge der unzuverlässigen Kühlung) und zum putzen verwenden 😉

Auch mein Rezept ist *Daumen-mal-Pi*, da ich diesen Salat immer nur nach Gefühl mache. Wenn die Konsistenz der Mayonnaise stimmt, der Geschmack eine gute Würze hat, weiss ich, der Salat wird lecker. 

Zutaten für eine grosse Schüssel

  • 2.5 kg Kartoffeln (festkochend)
  • 2 Zwiebeln, feingehackt
  • Eigelb von 10 Eiern
  • 2(-3) EL Düsseldorfer Löwensenf extra scharf (oder anderer scharfer Senf) nach Geschmack
  • Pflanzenöl (min. 500 ml, mehr nach Gefühl)
  • Weinessig (min. 70 ml, mehr nach Gefühl, Essig sollte von allen Kartoffeln aufgesogen sein)
  • Salz, Pfeffer
  • 1-2 hartgekochte Eier
  • 1-2 Tomaten (im Originalrezept von Oma Louise kamen keine Tomaten drauf, nur Eier und Petersilie)
  • Petersilie

Alle Zutaten müssen Zimmertemperatur haben, damit die Mayonnaise nicht gerinnt.

Zubereitung

  1. Die Kartoffeln schälen, halbieren und kochen bis sie gar sind aber nicht zerfallen. Aus dem Topf nehmen und ganz auskühlen lassen. Sobald die Kartoffeln kalt sind in Scheiben schneiden.
  2. Zwiebeln schälen und fein hacken, auf die Kartoffelscheiben geben. Salzen, pfeffern und mit Weinessig übergiessen.
  3. Das Eigelb von 10 Eiern mit dem Schneebesen (! kein Mixer) verquirlen bis es schaumig ist. Einen EL Senf hinzufügen, weiter rühren. Dann nach und nach tröpfchenweise das Öl hinzufügen und die Mayonnaise dabei permanent weiter rühren, damit sie nicht gerinnt. Unter Rühren weiter das Öl hinzufügen und zwischendurch 1-2 EL Senf hinzufügen (je nach Geschmack). Die Mayonnaise muss schön sämig werden, nicht zu flüssig aber auch nicht zu fest. Zwischendurch mit dem Löffel eine Geschmacksprobe nehmen.
  4. Die fertige Mayonnaise über die Kartoffelscheiben geben, umrühren. Den Kartoffelsalat gut 2-3 Stunden ziehen lassen. Mit gekochten Eiern und Tomatenschnitzen verzieren, mit Petersilie bestreuen.

Passt hervorragend zu Grillfleisch und Würstchen. Falls nicht alles auf einmal gegessen wird – er schmeckt auch am nächsten Tag noch super.

 

Ne joode Appetik wünscht euch Anja ♥

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